Senat: „Inge Katz muss sterben, damit wir umbenennen können“

Shoah überlebende Inge Katz und ihre Cousine Ruthie vor einem der Bremer Judenhäuser

Weserkurier:

Das Schulzentrum Neustadt plant eine multimediale Installation für Inge Katz, die das KZ Theresienstadt überlebte. Eine Umbenennung des Schulkomplexes ist vorerst nicht möglich.

Das Schulzentrum Nord möchte mit einer Installation im Schulgebäude C an die Bremer Holocaustüberlebende Inge Katz erinnern. Die Jüdin war zurzeit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten selbst Schülerin der Schule. Eigentlich würde sich die Schule gerne nach ihr benennen, das darf sie bisher aber nicht.
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Antifaschistische Stadtrundfahrt Bremerhaven

Die Falken Bremerhaven werden am 9. November eine antifaschistische Stadtrundfahrt durch Bremerhaven anbieten, die allen Interessierten die Möglichkeit gibt, sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus und den Widerstand dagegen auseinanderzusetzen.

Am 9. November jährt sich zum 81. Mal die Reichspogromnacht, bei der auch die Synagoge in der Schulstraße von SA-Schergen zerstört wurde. Neben der Synagoge wurden fast alle der noch vorhandenen jüdischen Geschäfte und Privatwohnungen verwüstet, etliche jüdische Männer wurden in der Nacht verhaftet, einige schwer mißhandelt und wenig später ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt.
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Antisemitischer Schläger verurteilt

kopiert aus der taz

Wegen Körperverletzung und Beleidigung verurteilt das Amtsgericht Bremen Lorenz K.. Er hatte rassistisch geschimpft und auf sein Opfer eingeprügelt.


Antisemitismus allerorten: Schild einer Demonstrantin nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle

Obwohl der Mann, der ihn im April 2017 angegriffen und antisemitisch beleidigt hatte, soeben verurteilt wurde, ist Qais A. nicht zufrieden. „Das Urteil ist keine Entschädigung oder Entschuldigung, der Angeklagte zeigt keine Reue“, sagt der Arzt israelischer Herkunft kurz nach Abschluss der Hauptverhandlung gegen Lorenz K. vor dem Amtsgericht Bremen.

Als A. und seine Frau vor zweieinhalb Jahren mit dem Auto in die Parkgarage eines Bremer Einkaufszentrums eingebogen seien, hätten sie Schreie gehört. „Es klang so, als würde jemand Hilfe benötigen, also hielt ich an“, sagt A. vor Gericht. Continue reading

VA: „Dieses sich Wohlfühlen ist ein zartes Gebilde“

Antisemitismus aus Betroffenenperspektive

31. Oktober 2019 | 19 Uhr | Lift (Weberstr. 18)

Mehr als 70% der Deutschen sind laut einer Bertelsmann-Studie der Auffassung, kaum jemand in Deutschland sei negativ gegenüber Jüdinnen_Juden eingestellt. Ebenfalls mehr als 70% der in einer anderen Studie befragten Jüdinnen_Juden geben hingegen an, Antisemitismus sei in Deutschland ein großes oder sehr großes Problem. Dieser Wahrnehmungsdiskrepanz zwischen von Antisemitismus Betroffenen und nicht-jüdischer Mehrheitsgesellschaft versucht seit 2015 die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) entgegenzuwirken: Betroffene und Zeug_innen antisemitischer Vorfälle auch jenseits der Strafbarkeitsgrenze haben die Möglichkeit, diese zu melden. Die Ergebnisse der Erfassung und Dokumentation durch RIAS sind deutlich: Im Jahr 2018 wurden beispielsweise in Berlin im Schnitt jeden Tagmehr als drei antisemitische Vorfälle registriert – darunter Angriffe, Bedrohungen, Sachbeschädigungen, aber auch Beschimpfungen und Pöbeleien, sowohl online als auch in Begegnungen von Angesicht zu Angesicht. Die Auswertung der Vorfälle erlaubt es, Aussagen über die Dynamik, das Vorkommen und Ausmaß antisemitischer Vorfälle zu treffen, aber auch Einschätzungen zum politisch-gesellschaftlichen Hintergrund der Täter_innen, der verwendeten antisemitischen Stereotype oder der regionalen Verteilung ihres Vorkommens zu geben.
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